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Eine Patientenverfügung regelt im Notfall, was geschieht

Nach einem schweren Unfall oder einer plötzlichen Krankheit kann es passieren, dass jemand – etwa durch ein Koma – nicht mehr dazu in der Lage ist, sich seinem Umfeld mitzuteilen. Dann müssen Ärzte und Angehörige entscheiden, welche medizinischen Schritte zur Lebenserhaltung unternommen werden. Um zu vermeiden, dass andere Menschen solche schweren – und möglicherweise nicht gewollten – Entscheidungen treffen müssen, gibt es die Patientenverfügung für den Notfall, über deren wichtigste Inhalte wir Sie hier kurz informieren möchten.

Mit einer Patientenverfügung kann für den Notfall jeder selbst vorsorglich festlegen, welche medizinischen und lebenserhaltenden Maßnahmen für ihn infrage kommen und welche ausgeschlossen werden sollen. Dazu gehören im Einzelnen unter anderem …

  • … die Wiederbelebung nach Unfällen oder anderen medizinischen Notfallsituationen
  • künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr mittels Magensonde oder venösen Zugängen
  • künstliche Beatmung
  • Blutwäsche (Dialyse)
  • sowie nicht notfallmäßig angesetzte Bluttransfusionen.

Die Patientenverfügung muss von einer volljährigen und einwilligungsfähigen Person schriftlich verfasst und unterschrieben worden sein und sollte einer nahestehenden Person zur Aufbewahrung anvertraut werden, die im Notfall schnell erreichbar und vor Ort ist.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung erleichtern im Notfall alle Entscheidungen

Außerdem kann über eine zusätzlich verfasste Vorsorgevollmacht eine Person des besonderen Vertrauens dazu befähigt werden, im Notfall stellvertretend wichtige Entscheidungen im Sinne des Patienten zu treffen. Das ist zum Beispiel dann besonders wichtig, wenn Paare in nichtehelichen Partnerschaften zusammenleben, weil der Partner sonst im Zweifelsfall wahrscheinlich keine Auskunft bekommt, geschweige denn über das Schicksal des anderen entscheiden darf.

Sowohl eine Patientenverfügung für den Notfall als auch die Vorsorgevollmacht können natürlich jederzeit widerrufen oder ergänzt werden, zum Beispiel, wenn Sie nachträglich einer Organspende nach dem Tod zustimmen möchten. Vordrucke und Muster erhalten Sie bei entsprechenden Betreuungsvereinen und bei der Bezirksregierung. Bitte lassen Sie sich vor dem Ausfüllen möglichst auch von Ihrem Hausarzt beraten. Aufschlussreiche Informationen bietet Ihnen darüber hinaus eine Broschüre zur Patientenverfügung, die vom Bundesministerium der Justiz herausgegeben wurde.